Die Route der Burgen und Kastelle

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20.10.2017
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Castillo de Luna
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Castillo de Santiago.
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Arquitectura musulmana
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Castillo San Sebastián-Cádiz
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Castillo de Santa Catalina-Cádiz
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Vejer de la Frontera
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Castillo San Sebastián-Cádiz
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Castillo Jimena
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Castillo Castellar
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Die besondere geographische Lage am Schnittpunkt zweier Kontinente führte seit dem Altertum immer wieder zu Invasionen und machte die Verteidigung der Provinz Cádiz erforderlich. Daher finden sich hier viele verschiedene Militärbauten: die gesamte Provinz Cádiz ist mit Kastellen, Wehrtürmen, Festungen, Schutzwällen und maurischen Alcázaren überzogen.

Das Verteidigungssystem der Region um Cádiz, die während der langen Zeit der Rückeroberungskriege ein umkämpftes Grenzgebiet war, hat viele Festungen hinterlassen, die nach der Re-Christianisierung zu Wahrzeichen der jeweiligen Ortschaften geworden sind. Neben den in die Siedlungsstrukturen meisterlich integrierten mittelalterlichen Festungen finden sich im Landesinnern der Provinz einzelne Kastelle und Türme, die auf strategisch günstig gelegenen Felsen als Aussichtspunkte errichtet wurden, von denen aus drohende Gefahren erkannt werden konnten. An den Küsten wiederum sind Türme (torres almenaras), Schutzwälle und Küstenburgen, die dauerhaft zur Überwachung der Gefahr von Invasionen vom Meer her dienten.

Die enorme Anzahl an historischen Militärbauwerken in dieser Provinz macht es möglich, eigene und dem individuellen Zeitplan angepasste Reiserouten zusammenstellen. Größtenteils befinden sich die Kastelle und Festungen der Provinz Cádiz im Ortskern der verschiedenen Ortschaften oder in deren näherer Umgebung und verfügen teilweise über feste Öffnungszeiten. Trotzdem ist es angesichts der unterschiedlichen Nutzungsweise der Gebäude, sei es als Privathaus, Verwaltungssitz oder der Lage auf einer Finca mit nur beschränktem Zugang, etc. ratsam, beim jeweiligen Tourismusbüro Informationen für den Besuch einzuholen, bevor man eine Route festlegt.

 

Strecken

Diese Route kann in zwei Etappen an jeweils einem Tag zurückgelegt werden:

Route der Seefestungen

Route der Kastelle an den Grenzen und im Landesinnern

ROUTE DER SEEFESTUNGEN: VON SANLÚCAR NACH TARIFA

Diese Route beginnt in Sanlúcar de Barrameda, da die strategische Lage Sanlúcars an der Mündung des Guadalquivir die Verteidigung des Flusszugangs und damit des Flussweges nach Sevilla bestimmte. Das Festungssystem bestand aus den folgenden Kastellen: Dem Castillo del Espíritu Santo (Kastell des Heiligen Geistes, 16. Jahrhundert), das heute nicht mehr erhalten ist, dem Castillo de San Salvador im Hafen von Bonanza, das heute zur Hälfte von Dünen überdeckt ist und dem wichtigsten Kastell, dem Castillo de Santiago (15. Jahrhundert), das vom Herzog von Medina-Sidonia gebaut wurde. Das Kastell ist im gotischen Stil gebaut, eine beeindruckende Festung mit quadratischem Grundriss und ebenfalls quadratischen Türmen.

Sie fungierte bis ins Jahr 1645 als herzögliche Festung, die dank ihrer Lage am Auslaufhafen in den Atlantik berühmte Persönlichkeiten empfing welche Sanlúcar ansteuerten wie Königin Isabella die Katholische bis zu Kolumbus der manchen Historikern zufolge scheinbar eine Nacht dort verbrachte, ehe er sich zu einer seiner Reisen aufmachte.

¿Wussten Sie, dass Königin Isabella die Katholische bei ihrem Besuch in Sanlúcar de Barrameda im Jahre 1478 zum ersten Mal in ihrem Leben das Meer sah? Angeblich geschah dies von einem der Türme der Burg aus in dem sie logierte. Sicherlich muss ihr die Sicht auf den gegenüberliegenden heutigen Naturschutzpark Parque Natural de Doñana und die Mündung des Guadalquivir den Atem verschlagen haben.

Das Kastell kann besichtigt werden

Unser nächster Anlaufpunkt, Chipiona, liegt nur 8 km entfernt von Sanlúcar und ist ein kleines Fischerstädtchen, das ebenfalls nahe der Mündung des Guadalquivir liegt. Das Kastell wurde zum Gut Kulturellen Interesses (spanisches Kulturerbe) erklärt und im 14. Jahrhundert auf Veranlassung von Guzmán el Bueno (dem Guten) gebaut. Es besteht aus einem quadratischen Grundriss, besitzt einen Zinnenkranz, spitzbogenförmige Fenster und einen quadratischen Turm.

Nutzen Sie doch die Gelegenheit und besuchen Sie andere Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie den Tempel Santuario de Regla oder die Kirche Iglesia de Nuestra Señora de la O. Besonders lohnt der Besuch des berühmten und höchsten Leuchtturms Spaniens (69m), der 1867 auf die Ruinen des alten römischen Leuchtturms gebaut wurde. Begeben Sie sich nach oben und genießen Sie die Aussicht.

Aber vor allem ist die Stadt eine Sommerresidenz mit wunderschönen Stränden wie die Strände Regla, las Canteras, las Tres Piedras, Montijo, etc. Des Weiteren locken Strandpromenaden mit Freiluftcafés, um den berühmten Muskatellerwein der Region zu genießen und ein moderner Sporthafen, wo Sie Wassersport ausüben können.

Auf unserem Weg an der Küste entlang kommen wir nun nach Rota, seit den Phöniziern Handelshafen, das zum spanischen Geschichtserbe (Conjunto histórico) erklärt wurde. Die Straßen der Stadt zeichnen weiße Häuser, alte Bögen und hübsche Plätze aus. In dieser Stadt befindet sich das Castillo de Luna (Gut Kulturellen Interesses), das im 13. Jahrhundert von Guzmán dem Guten auf einem ehemaligen arabischen Ribat aus dem 11. Jahrhundert gebaut wurde. Es war die Residenz der Familie Ponce de León und spielte bei der Verteidigung der Comarca Bahía de Cádiz eine entscheidende Rolle.

Es besitzt einen rechteckigen Grundriss und fünf Festungstürme mit Zinnen. In der Mitte gibt es einen erhaltenen Innenhof aus dem 15. Jahrhundert mit einer wunderschönen Bogengalerie und malerischen Sockeln. Ebenfalls erhalten geblieben sind Mauerreste aus dem 12. bis 15. Jahrhundert, wie die Puerta de Reglas oder die Puerta de Chipiona, die Puerta de Sanlúcar und die Puerta del Mar.

Gehen Sie nicht aus diesem Dorf weg, wenn sie nicht zwei Dinge getan haben: probieren Sie unbedingt die "Urta a la roteña", ein berühmtes Gericht der Gegend aus Rodbandbrasse, und schauen Sie sich die "Corrales de pesca" an, möglicherweise romanische oder arabische Konstrukte, die kreisförmig das Meer einteilen wie kleine Schwimmbecken. Bei Ebbe bleiben Fische und Meeresfrüchte in den Corrales gefangen und können von den Fischern gefangen werden. Die Corrales am Strand von Almadraba wurden zum Naturerbe erklärt.

Weiter an der Nordküste von Cádiz kommen wir nach El Puerto de Santa María, spanisches Geschichtserbe am Ufer des Flusses Guadalete, Geburtsort des Dichters Rafael Alberti. Aufgrund der geografischen Lage, gelangten alle Kulturen dorthin und so existieren als Zeugnis davon im Ort Doña Blanca außerhalb der Stadt wertvolle archäologische Reste aus dem 10. bis 3. Jahrhundert v.Chr. Später gab es dort auch ein mittelalterliches Kastell im Mudejarstil, von dem heute noch ein Turm erhalten geblieben ist.

Aber das eigentliche Kastell liegt in der Stadt El Puerto, das Castillo de San Marcos (10. bis 14. Jahrhundert), ursprünglich eine arabische Moschee und später eine befestigte Kirche, über deren wundersame Umstände beim Bau Alfons X. in seinen berühmten "Cantigas" erzählt.

Dieser Ort hat viel mit der Entdeckung Amerikas zu tun, denn man sagt, dass Christoph Kolumbus selbst in diesem Schloss residierte, als er in der Stadt war, um für sein Schiffsreisevorhaben finanzielle Unterstützung beim Herzog von Medinaceli zu erbitten. Eine weitere Sehenswürdigkeit stammt vom Schiffer und Seefahrer Juan de la Cosa aus El Puerto de Santa María, der im Jahr 1500 die erste Weltkarte erstellte, auf der auch Amerika verzeichnet war.      

Schließlich gelangen wir nach Cádiz, wo es ein komplexes Festungssystem gibt, das ab dem 16. Jahrhundert gebaut wurde. 1596 wurde die Gegend von den Truppen des Grafen von Essex geplündert, fortan sollte die Stadt vor weiteren Angriffen geschützt werden, allen voran vor Angriffen von Piraten, die der florierende Handel mit der Neuen Welt hatte aufmerken lassen. Das Verteidigungssystem Cádiz' aus robusten Mauern und Schutzwällen umgibt fast vollständig die Stadt und dementsprechend gibt es dort entlang einen Weg, der dem Besucher der Stadt als Spaziergang dient. Dort zu sehen sind:

Las Puertas de Tierra- Tor zum historischen Stadtkern der Stadt, der diesen von der modernen Stadt trennt. Im 16. Jahrhundert wurde die erste Mauer in dieser Gegend gebaut, 1574 wurde sie zum Schutz ausgeweitet mit zwei halbhohen Schutzwällen pro Seite, dem Wall San Roque und dem Wall Santa Elena. Im 18. Jahrhundert entstand dann die endgültige Form. Für die Fassade, die in die Stadt hineinzeigte, wurde ein Portikus aus Marmor als eine Art Triumphbogen gebaut.

Der Festungsturm der Puerta de Tierra wurde Ende der 1850er Jahre gebaut um als Turm in der "optischen Telegraphenlinie Andalusiens" zu dienen, mit dem Botschaften aus dem Regierungsministerium in Madrid nach Cádiz geschickt werden konnten, und dies in kaum zwei Stunden.

Von diesen Toren aus nach rechts befindet sich der Schutzwall Baluarte de San Roque von 1594, der ein Teil der Landseite war. Die Landseite besteht heute aus den Puertas de Tierra und den beiden angelehnten halbhohen Schutzwällen, dem Wall Santa Elena, der sich auf dem Grundstück einer Einsiedlerin befindet und ihren Namen trägt, und dem Wall San Roque, der ebenfalls den Namen einer Einsiedlerin trägt. Der Schutzwall San Roque war der Ausgangspunkt der Südseite.

Wenn wir direkt am Meer weitergehen, kommen wir zum Campo del Sur, dem Südteil, der sich an der Altstadt entlangzieht und uns einen Blick auf die Verteidigungswälle ermöglicht. Auf dieser Straße, auf der "Stirb an einem anderen Tag" der James Bond-Reihe gefilmt wurde, weil es dort aufgrund der bunten Häuser, den Kathedralen (der alten und der neuen) wie auf dem Kai von Havanna aussah und die Römer entschieden, dort ihr Theater zu bauen, da es keinen besseren Ort gab und der Sonnenuntergang einfach notwendigerweise dazu führt, dass man eine Pause einlegt um ihn zu betrachten, ja dort steht der Schutzwall der Capuchinos, der Kapuziner, aus dem Jahre 1672 und der Schutzwall der Märtyrer, Baluarte de los Mártires, der 1676 erbaut und 1993 von der Regierung Andalusiens, der Junta de Andalucía zum Gut kulturellen Interesses deklariert wurde.

Wir gelangen nun an den Strand Playa de la Caleta, der von zwei Kastellen eingerahmt wird. Das Kastell de Santa Catalina aus dem 16. bis 17. Jahrhundert besitzt einen fünfeckigen Grundriss in Sternenform, von dem drei Zacken in Richtung Meer zeigen und einem Tor, neben dem sich zwei halbhohe Wällen und ein Graben befinden Heutzutage befindet sich in diesem Kastell ein Kulturzentrum, in dem Ausstellungen, Konzerte u.ä. stattfinden. Deshalb ist es Besuchern zugänglich. Es diente auch als Schauplatz für den Dreh von verschiedenen Filmen wie dem James-Bond-Film "Stirb an einem anderen Tag" oder "Alatriste".

Das zweite Kastell, das Kastell de San Sebastián, das im 18. Jahrhundert fertiggestellt wurde, befindet sich auf einem kleinen Inselchen und ist über einen kleinen Deich mit dem Strand verbunden. Dort befand sich (so schreibt Strabon) ein Tempel, der Baal, dem phönizischen und Kronos verbundenen Gott gewidmet war. Die Entstehung begann 1457, als eine Gruppe Venezianer dort Zuflucht vor einer Pestepidemie fand, denn es gab dort bereits einen Aussichtsturm aus der muslimischen Zeit. 1613 wird der Turm wieder aufgebaut, 1706 war dann der Baubeginn des Kastells. Momentan wird das Kastell umgebaut und wird 2012 im Zentrum der Feierlichkeiten des 200. Jahrestags der Verfassung von 1812 stehen.

Auf unserer Route gelangen wir nun nach Alameda Apodaca, wo wir den Schutzwall Baluarte de Candelaria betrachten können, der sich neben der Kirche Iglesia de Carmen befindet. Er wurde 1672 auf Befehl des damaligen Statthalters erbaut, mit dem Ziel den Zugang zum Hafen der Stadt zu schützen. Vom Meer abgeschwemmt, wurde er mehrfach wieder aufgebaut. Heute ist er ein Zentrum für Kulturveranstaltungen. In der Außenmauer befindet sich ebenfalls ein Café-Restaurant mit Biergarten. Dort können Sie eine Pause einlegen und neue Kraft tanken.

Am Ende von La Alameda befinden sich der Schutzwall und die Stadtmauer von San Carlos, 1784 erbaut, enthält 55 Gewölbebögen und schützte den Zugang zum Hafen.

Nun begeben wir uns weiter nach San Fernando und Chiclana. Das wiederhergestellte Kastell San Romualdo in San Fernando, eine schlichte rechteckige Konstruktion maurischen Ursprungs mit einem Innenhof, und das Kastell Sancti Petri (18. Jh.), das sich auf der gleichnamigen Insel befindet, wo der Legende nach der Tempel für den Gott Melkart war, und den aus Cádiz stammenden Komponisten Manuel de Falla zu seiner "La Atlántida" inspiriert hat, schließen das Verteidigungssystem der Bucht von Cádiz nach Südosten ab.

Folgt man der Atlantikküste, die immer wieder von Piraten oder Berbern angegriffen wurde, stößt man bei Conil de la Frontera auf eine Reihe von Türmen (Roche, Castilnovo, La Atalaya). Es sind Signaltürme, von denen bei Gefahr Feuer- oder Rauchzeichen bzw. Artilleriefeuer abgegeben wurde, um die Umgebung vor jeglichen Überfällen zu schützen. Vom Kastell, das Guzmán El Bueno in Conil im 16. Jahrhundert errichten ließ, hat lediglich - und dies mit zahlreichen Umbauten - der quadratische und mit Zinnen bewehrte Bergfried die Zeiten überdauert.

Entfernt man sich etwas von der Küste, gelangen wir nach Vejer, das auf einem kleinen Hügel liegt. Hier gibt es eine Festungsanlage, die perfekt an die schwierige Geländestruktur der Ortschaft angepasst ist. Die Festungsmauer von Vejer wird von den Türmen Mayorazgo, Corredera oder Castrillones und San Juan bewacht und von vier Stadttoren durchbrochen, dem Arco Sancho IV., Arco de la Villa, Arco Puerta Cerrada und Arco de la Segur. Auf der höchsten Erhebung des Ortes liegt zur Bewachung das Kastell. Im Grundriss rechteckig, bietet es drei Wehrtürme, einen Waffenhof sowie ein einziges Zugangstor aus dem 11. Jahrhundert.

Die Notwendigkeit, auch den Fischfang und die zum Thunfischfang verwendeten Almadrabas zu schützen, deren Rechte den Herzögen von Medina Sidonia gehörten, führte zum Bau von direkt an der Küste gelegenen Fluchtburgen. Das sogenannte Kastell der Almadraba (16. Jh.), das auch Cervantes in seiner Literatur erwähnte, im nahe Barbate gelegenen Zahara de los Atunes ist ein gutes Beispiel für diesen Festungstyp. Das Gebäudeinnere war überdies als Fabrik angelegt, in der die "Einsalzer" den Fisch haltbar machten, ehe er auf die diversen Märkte versandt wurde. In der Nähe von Barbate sind ebenfalls einige einzelne Signaltürme, bei El Tajo, Caños de Meca und am Kap Trafalgar, erhalten geblieben. Heute kann leider fast nichts davon mehr besichtigt werden.

Am Ende dieser Route kommen wir nach Tarifa. Tarifa spielte aufgrund seiner strategischen Lage an der Meerenge von Gibraltar eine entscheidende Rolle, seitdem die arabischen Heere die Eroberung der Halbinsel begonnen hatten. Im 10. Jahrhundert, als während der Regierungszeit von Kalif Abd Ar Rahman III. der Ort seine endgültige Siedlungsstruktur anzunehmen begann, wurden die Stadtmauern und ein mächtiges Kastell errichtet, das später dank der Heldentat von Guzmán El Bueno legendären Ruhm erlangte und nach ihm benannt wurde sowie ebenfalls der außerhalb der Befestigung gelegene Turm, an dem die Heldentat stattfand.

Am Kastell von Guzmán El Bueno sind heute noch der äußere Mauerring, die Festungstürme sowie die Tore erhalten geblieben. Es ist eines der besterhaltenen Festungsbauwerke Europas und gilt als Musterbeispiel der klassischen Militärarchitektur aus der Zeit des Kalifats von Córdoba. Das Spektakulärste daran ist allerdings der Ausblick auf die Meerenge und Afrika im Hintergrund... wahrhaft ein Luxus.

ROUTE DER KASTELLE AN DEN GRENZEN UND IM LANDESINNERN

Diese Route verläuft im Inneren der Provinz und kann auf zwei verschiedenen Wegen zurückgelegt werden: die erste führt vom Landstrich La Campiña bis hin zur Sierra Norte, und die zweite führt entlang der Grenze, welche die Provinz einst in christlich und muslimisch teilte.

Wir beginnen mit dem ersten Weg, der uns direkt nach Medina Sidonia führt. Dort, im Zentrum der Region La Janda, haben zahlreiche Reste der mittelalterlichen Verteidigungsanlagen die Zeiten überdauert und belegen die Bedeutung dieser uralten Stadt auch in maurischer Zeit. Vom arabischen Alcázar sind noch der Bergfried, heute Torre Doña Blanca genannt, und drei der wichtigsten Tore erhalten: Arco de la Pastora, der imposanteste Burgzugang, Arco de Belén, der in das mittelalterliche Zentrum der Stadt führt, und die Puerta del Sol, die direkt neben dem früheren Palast der Herzöge von Medina Sidonia liegt.

Bevor Sie den Ort verlassen, probieren Sie unbedingt die lokale Küche und allen voran das Feingebäck. Das Alfajor de Medina ist ein arabisches Süßgebäck und Markenzeichen der Region und unterliegt einer strikten Herkunftsbezeichnung, der geschützten geographischen Angabe.

Auf dem Weg zum Naturpark Los Alcornocales stößt man auf der Landstraße von Medina Sidonia nach Arcos, etwa 10 Kilometer hinter Paterna de la Rivera, zunächst auf das berühmte Kastell Gigonza. Die maurische Festungsanlage von quadratischem Grundriss besteht aus einer starken Umfassungsmauer, über deren Eingangstor das Wappen des Hauses Arcos prangt, dem Waffenhof sowie Wohngebäuden und zeigt Konstruktionselemente im Mudejar- und Renaissancestil. Da es sich in Privatbesitz befindet, kann das Kastell nicht von innen besichtigt werden. Schade.

Von dort aus gelangen wir nach Jerez de la Frontera. Die Stadt bietet mit dem Alcázar eine bedeutende Festung aus der Zeit der Almohaden, die den Kalifen von Sevilla als Residenz diente und nach der Rückeroberung der Stadt durch Alfons X. Sitz der christlichen Statthalter wurde. Zu dem hervorragend restaurierten Gesamtkomplex gehören u.a. die zur Kirche umgewandelte Mezquita (Moschee), arabische Bäder und gepflegte Gartenanlagen. Das äußere Erscheinungsbild ist geprägt durch den charakteristischen achteckigen Festungsturm, den Bergfried und den Turm Ponce de León, der sehr viel später zu den ursprünglichen Bauten des 17. Jahrhunderts hinzugefügt wurde. Heutzutage gibt es dort auch eine "Camera obscura", in der dem Prinzip einer Lochkamera folgend die Umgebung beobachtet werden kann und die einen Besuch besonders lohnenswert macht.

In Jerez sollten Sie die Gelegenheit nutzen, diese herrliche Stadt zu besichtigen, ein Gläschen Sherry zu den hervorragenden Tapas zu genießen und sich ebenfalls das einzigartige Schauspiel der tanzenden Pferde anzusehen. Und die Pferde sind nicht die einzigen, die in Jerez tanzen - auch die Menschen tanzen, Jerez ist schließlich nicht umsonst eine der Wiegen des Flamencos, einem Weltkulturerbe. Des Weiteren sollten Sie im Mai das Pferdefestival Feria de Caballo besuchen, ein prächtiges Spektakel voller Licht, Farbe und Musik. All das, was Ihnen in der Stadt geboten wird, sind Sensationen und ganz besondere Erlebnisse.

Wir fahren weiter zur Sierra de Cádiz, die uns vermutlich das einheitlichste Bild noch erhaltener Festungswerke bietet. In Arcos de la Frontera, dem Eintrittstor zum Gebirge und Ausgangspunkt der Route der Weißen Dörfer, liegt an der Plaza del Cabildo auf dem höchsten Punkt dieser einzigartigen Stadt eine Festung, die einst der Sitz eines Taifenkönigs war. Nach der Rückeroberung wurde sie Residenz der mächtigen Herzöge von Arcos, der Herren der Stadt.

Von quadratischem Grundriss und mit zinnenbewehrten Ecktürmen, von denen besonders der Bergfried und der sogenannte "Torre del Secreto" (Turm des Geheimnisses) beeindrucken, hat das Kastell einen großen Teil der konstruktiven Elemente bewahrt, die seine vergangene Pracht widerspiegeln. Das Kastell kann von außen besichtigt werden, allerdings nicht von innen, da es sich um ein Privatgebäude handelt.

Sollten Sie in den Tagen vor Weihnachten in dieser Gegend sein, können Sie eine der außergewöhnlichsten Kulturveranstaltungen dieses an einem Hang gelegenen Weißen Dorfes sehen: das Lebende Bethlehem, Belén Viviente, eine traditionelle Darstellung des Weihnachtsfestes, an dem das ganze Dorf beteiligt ist. Das ganze Jahr über können Sie aber die wunderbaren Innenhöfe des echten andalusischen Stils besichtigen.

ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis Freitag: 12.00h und 18.00h (Samstags, nach Voranmeldung)

Weiter auf unserem Weg durch die Sierra gelangen wir nach Bornos. Das Kastell von Bornos ist ein gutes Beispiel für eine zum Schloss umgebaute Festung. Sie diente den Markgrafen von Tarifa als Residenz, denen sie auch die im 16. Jahrhundert erfolgte Eingliederung einiger architektonischer Renaissance-Elemente verdankt, die besonders im von Säulen getragenen Innenhof und den herrlichen Fenstern zur Geltung kommen. Zum mitten im Ort gelegenen Castillo-Palacio de los Ribera gehören gut gepflegte Gärten und ein erhalten gebliebener robuster Bergfried von schlichter mittelalterlicher Bauweise.

Das Kastell von Espera, das sogenannte Fatetar (13. bis 15. Jahrhundert), ist ein uraltes Festungswerk und liegt auf der gleichnamigen Anhöhe. Ursprünglich von den Mauren errichtet, wurde das Kastell von Alfons X. erobert, der es um die Kapelle Santiago erweiterte. Heute sind noch Teile der Mauer, der Bergfried und die Zisternen erhalte. Das Kastell kann besichtigt werden. Lohnenswert ist auch ein Besuch des archäologischen Museums, dessen Fundus eng mit dem ibero-romanischen Bestattungskult der nahe gelegenen archäologischen Ausgrabungsstätte "Carissa Aurelia" aus der Römerzeit verbunden ist.

Im Nachbarort Villamartín befindet sich auf dem Bergrücken von Pajarete das Kastell de Matrera, das bei der Eroberung des Königreichs Granada im Zentrum zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen stand. Erhalten sind Teile des Waffenhofs und des Bergfrieds. Leider kann das Kastell nicht besichtigt werden. Hier befindet sich das Ende des ersten Weges.

Unser zweiter Weg beginnt im Naturschutzgebiet Parque Natural de Los Alcornocales. Die beiden im Landesinnern der Comarca Campo de Gibraltar liegenden Ortschaften Jimena und Castellar de la Frontera verfügen über gewaltige Festungsbauwerke, die zweifellos zu den interessantesten Beispielen der Militärarchitektur in der gesamten Provinz Cádiz gehören. Das Festungsdorf in Castellar de la Frontera (12. bis 15. Jahrhundert) ist dagegen außerordentlich gut erhalten. Die größte Ausdehnung erreichte es in der Nasriden-Zeit. Die äußeren Mauern verlaufen unregelmäßig und sind durch starke Wehrtürme befestigt. Besonders beeindruckend sind das Zugangstor oder Arco de la Villa und der Burgpalast, der heute zu einem schmucken Hotel umgebaut worden ist. Im Inneren des Kastells befindet sich eines der wenigen Beispiele für den bewohnten Kernteil einer Festung, dem sogenannten Castellar Viejo, mit seinen bogigen, sauber getünchten Straßen, die noch den mittelalterlichen Charme bewahrt haben.

Das auf der Anhöhe von San Cristóbal gelegene Kastell von Jimena, eine maurische Anlage aus dem 12. bis 14. Jahrhundert (Gut kulturellen Interesses), bietet trotz späterer Umbauten neben dem gut erhaltenen Rundturm und den zinnenbewehrten Mauern noch immer eine herrliche Portalfassade mit dem bemerkenswerten "Torre del Reloj" (Uhrenturm). In jedem Jahr im Juli findet hier das Internationale Musikfestival statt, das in puncto Qualität der Teilnehmer überrascht und zudem auf Bühnen in der Natur und dem beeindruckenden historischen Umfeld der Stadt gefeiert wird.

Diese beiden mitten im Naturschutzgebiet gelegenen Orte bieten zahlreiche Möglichkeiten, Aktivurlaub zu betreiben, z.B. Wandern, Radwanderungen, Ausritte auf Pferden etc.

Wenn wir uns weiter Richtung Norden begeben, gelangen wir wieder zur Sierra, dieses Mal zu ihrer Südseite und kommen an zwei kleinen Bergdörfern vorbei. Ubrique ist ein wichtiger Produktionsort von Leder, das weltbekannt ist. Die großen Marken wie Dior, Loewe, Gucci usw. beziehen die in diesem handwerklichen geprägten Dorf hergestellten Stücke. Danach kommen wir an Villaluenga del Rosario vorbei, dem kleinsten und am höchsten gelegenem Dorf der Provinz, wo die Herstellung des berühmten Käses der Payoyo-Ziegen, die allein in dieser Region heimisch sind, bestaunt werden kann,.

Schon gelangen wir zu einem der spektakulärsten Dörfer dieser Provinz, Zahara de la Sierra. Erblickt man das weiße Häusermeer von Zahara de la Sierra mit seinem mittelalterlichen Antlitz, so fällt der Blick unwillkürlich auf den Bergfried des vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erbauten Kastells, das oberhalb des Ortes auf einem sehr schwer zugänglichen Felsen liegt. Wenn der Reisende sich zutraut, den Felsen mit entsprechender Geschwindigkeit zu erklimmen, kann von oben der Turm betrachtet werden.

Im Naturschutzgebiet Parque Natural Sierra de Grazalema, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Sport in der freien Natur auszuüben. Im Sommer haben Sie die Gelegenheit, sich am lokalen "Strand" abzukühlen - einem eigens aufgeschütteten Strand am Stausee von Zahara.

Im äußersten Nordosten der Provinz Cádiz liegen an der Grenze zur Provinz Málaga die beiden Ortschaften Torre  Alháquime und Setenil de las Bodegas. Dort haben sich ebenfalls einige Überreste der alten Festungsanlagen erhalten. Vom ehemaligen Kastell von Setenil (12. bis 13. Jahrhundert) hat der Bergfried die Zeiten überdauert. Er thront auf dem höchsten Punkt der Ortschaft und verleiht ihr eine überaus malerische Silhouette. Das wahrhaft einzigartige dieser Ortschaft sind aber die Häuser, denn sie schmiegen sich von oben und unten an den Felsen und sind in ihn hinein gebaut.

Dieser zweite Weg durch den Norden der Sierra endet in Olvera. Olvera wird von einem Kastell (12. Jahrhundert) aus der Zeit der Nasriden beherrscht, das dem Ort eine unvergleichliche Silhouette in den Bergen verleiht. Die Festung bietet im Grundriss ein verlängertes Dreieck. Der Bergfried, die Mauern mit einem Wehrgang und einige der Festungstürme sind im guten Zustand erhalten.

Ein Besuch im Museo La Frontera y los Castillos (Das Museum der Grenze und der Kastelle), das sich in dem wunderbaren Gebäude Casa de la Cilla befindet, bietet einen Eindruck über die Bedeutung der Sierra von Cádiz als Grenze im Reich der Nasriden.

Bevor Sie die Region wieder verlassen, sollten Sie in einem Ort der Nordsierra, also Algodonales, Setenil, Olvera oder Zahara Olivenöl kosten, denn dort wird ein besonders hochwertiges traditionell hergestelltes Natives Olivenöl gefertigt, das der spanischen Herkunftsbezeichnung denominación de origen sierra de Cádiz unterliegt.

 

Weitere Informationen

BESICHTIGUNGEN DER KASTELLE UND FESTUNGEN IN DER PROVINZ CÁDIZ

Chiclana de la Frontera

Kastell von Sancti Petri

Lage: Neben dem alten Dorf Sancti Petri, Chiclana

http://www.castillosanctipetri.com

Chipiona

Kastell von Guzmán el Bueno

Lage: c/ Castillo 5

Tel: 956 929 065

Besichtigung: Dienstags bis Sonntags von 10.00h bis 14.00h, nur Dokumentationszentrum.

El Puerto de Santa María

Kastell von San Marcos

Lage: plaza Alfonso X el Sabio s/n

Tel: 956 851 751 / 627 569 335

Besichtigung: http://bit.ly/2sEsUNi

Rota

Kastell de la Luna

Lage: avenida Mancomunidad Bajo Guadalquivir, 3

Tel: 956 846 288

Besichtigung: Bei vorheriger Anmeldung Gratis-Führungen. Ask for Tourist Board.
Tlf. 956 84 63 45 / 956 84 13 52

Sanlúcar

Kastell de Santiago

Lage: plaza del castillo de Santiago

Tel: 956 088 329 / 637 834 846

Besichtigung: Dienstags bis Samstags 11.00h to 21.30h. Sontags und Muntags. 10.00h-15.00h und 19.00h-21.30h

Tarifa

Kastell von Guzmán el Bueno

Lage: c/ Guzmán el Bueno, s/n

Tel: 956 680 993

Besichtigung:
Tuesday to Saturday: 11:00h to 14:00h and 16:00h to 18:00h . In summer: 11.00h to 14.00h and 18.00h to 20.00hSunday: 11.00h to 14.00h. Monday closed

Jerez de la Frontera

Alcázar

Lage: c/ Medina 19

Tel: 956 149 955/56

Besichtigung:

An allen Tagen des Jahres durchgehend geöffnet, außer am 1. und 6. Januar und am 25. Dezember.
- November, Dezember und Januar: 9.30h bis 15.00h (Einlass bis 14.30h).
- Februar, März, April, Mai, Juni, erste Julihälfte, zweite Septemberhälfte und Oktober: von 9.30h bis 18.00h. (Einlass bis 17.30h)
- 16. Juli bis 15. September: von 9.30h bis 20.00h. Samstags und Sonntags von 09.30h bis 15.00h. (Einlass bis 14.30h)
Gesonderte Öffnungszeiten: Osterwoche und am Pferdefestival Feria del Caballo von 9.30h bis 15.00h sowie alle Samstage und Sonntage des Jahres.
Wichtig: letzter Einlass 30 Minuten vor Ende der Öffnungszeiten.

Bornos

Burgpalast de los Ribera

Täglich geöffnet von 09.00h bis 19.00h, im Sommer bis 21.00h.

Bitte holen Sie sich die Bestätigung der Öffnungszeiten in der Touristeninformation ein. Tel.: 956 728 264

Espera

Kastell de Fafetar

Lage: Anhöhe von Fafetar

Besichtigung: Free

Tel.-Nr. Touristeninformation: 956 720 432

Olvera

Kastell der Nasriden

Lage: Plaza de la iglesia s/n

Tel: 956 120 816

Besichtigung: Im Winter von Dienstags bis Sonntags von 10.30h bis 14.00h und von 16.00h bis 18.00h.

Im Sommer von Dienstags bis Sonntags von 10.30h bis 14.00h und von 16.00h bis 19.00h.

 

Rundfahrten

Route GPS

Karte

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